• Die originalen Pfahlfelder
    unter Wasser ...










  • werden durch Taucharchäologen
    erforscht.










  • Die versunkenen Dörfer sind
    auf Luftbildern erkennbar ...










  • ... im Museum 1:1
    originalgetreu rekonstruiert ...










  • ... und dienen so
    der Vermittlung des Welterbes.










Am Seegrund

… liegen Informationen verstreut im Schlamm seit Jahrtausenden. Es ist die Aufgabe der Forschung, diese mit sensibelsten Methoden zu untersuchen und zu einem verständlichen Bild zu fügen.

Am Seegrund

… liegen Informationen verstreut im Schlamm seit Jahrtausenden. Es ist die Aufgabe der Forschung, diese mit sensibelsten Methoden zu untersuchen und zu einem verständlichen Bild zu fügen.

Die Pfahlbauten

wurden 2011 aufgrund Ihrer hervorragenden Erhaltung unter Wasser zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. In Europa gibt es mehr als 2000 Fundorte solcher Art in Seen und Mooren. Sie werden als aussagekräftige Überreste von Siedlungen der Stein- und Bronzezeit (5. – 1. Jahrtausend v. Chr.) in der archäologischen Forschung sehr geschätzt. Erforscht werden sie seit 1854 in ganz Europa.

Sie liefern großartige Möglichkeiten zur Rekonstruktion vorzeitlicher Häuser, der Umwelt, von Wirtschafts- und Gesellschaftsformen aus einer Zeit in der es noch keine Schrift bei uns gab.

Weiter Publikationen/Informationen zum Thema Pfahlbauten finden Sie:

> In unserem Webshop
> Informationszentrum für Pfahlbauten Baden-Württemberg
> Internationale und Schweizer Koordinationsgruppe UNSESCO Palafittes

Das Museum

Das Pfahlbaumuseum entstand aus örtlicher Initiative heraus 1922. Anwohner, Politiker, Künstler, Handwerker sahen in einer Vereinsgründung den Weg, das Geschichtserbe unter Wasser wieder zum Leben zu erwecken und es der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Unteruhldingen, zentral gelegen am Bodensee, erschien ideal als Standort. Man setzte auf die Wirkung für den beginnenden Tourismus. Die experimentierfreudigen Zwanziger Jahre beförderten die Entwicklung. Rasch entstanden drei Dorfanlagen, und bereits 10 Jahre später war das Museum weltberühmt.

Im Nationalsozialismus wurde es aufgrund seiner Öffentlichkeitswirkung zum Spielball verschiedener Interessengruppen der Kulturpolitik. Nach dem Zweiten Weltkrieg verharrte es daher wissenschaftlich betrachtet wie alle Freilichtmuseen dieser Art länger in der Bedeutungslosigkeit.

Ab 1989 begann Stück um Stück eine grundlegende Wiedererweckung und Neukonzeption. Eine Erweiterung um ein neues Museumsgebäude, moderne Experimentalhäuser und museumspädagogische Einrichtungen folgten. Als Außerschulischer Lernort und Kooperationspartner verschiedener Universitäten und archäologischer Einrichtungen ist es heute im Netzwerk europäischer Freilichtmuseen eines der anerkanntesten und besucherstärksten.

Mit bis zu 60 Beschäftigten, 23 rekonstruierten Pfahlbauhäusern, mehreren Ausstellungsräumen und museumspädagogischen Aktionsflächen erfüllt es mit bis zu 300 000 Besuchern jährlich seine Aufgabe. Sie besteht darin, mit den besten pädagogischen und museologischen Mitteln das Wissen der Archäologie um die Pfahlbauten an die breite Bevölkerung zu vermitteln.

Die Geschichte des Museums

1922
Gründung des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V. durch Georg Sulger und weitere 57 begeisterte Vorgeschichtsfreunde in Unteruhldingen am 12. März. Aufbau der ersten beiden Pfahlbauhäuser unter der Anleitung des Urgeschichtlichen Forschungsinstituts Tübingen – durch Prof. Dr. Robert Rudolf. Schmidt und seinen Assistenten Dr. Hans Reinerth.

1923
Die geplante Erweiterung der Pfahlbauten wird aufgrund finanzieller Schwierigkeiten zur Zeit der Weltwirtschaftskrise und Spannungen mit der Universität Tübingen verschoben.

1925
Aufbau eines „Pfahlbaustrandbades“ im Stil der Pfahlbauten anstelle eines beabsichtigten Bronzezeitdorfes.

1926
Ein erster UFA Stummfilm mit dem Titel „Natur und Liebe“ entsteht in den Pfahlbauten.

1931
Ausbau und Rekonstruktion des bronzezeitlichen Dorfes nach der Vorlage von Ausgrabungen in der Wasserburg- Buchau im oberschwäbischen Federseemoor.

1932
Für dieses Jahr können bereits 32 000 Besucher in den Pfahlbauten und 7000 im Pfahlbaustrandbad gezählt werden.

  • 1933  
    Vereinsgründer Georg Sulger verliert sein Bürgermeisteramt.
  • 1934 
    Im Rahmen der Gleichschaltung der Vereine in Deutschland wird der Pfahlbauverein an den Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte „angeschlossen“, führt aber weiterhin die Geschäfte des Vereins und des Museums selbstständig.
  • 1934
    Erweiterung um ein Museumsgebäude. Die Funde der Kastengrabung in der Bucht vor Sipplingen (1929/30) durch Hans Reinerth und des Bodenseegeschichtsvereins werden in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht  ebenso die Privatsammlung des Museumsgründers Altbürgermeister Georg Sulger, die vorher in seinem Privathaus untergebracht gewesen war.
  • 1936
    Rekord: 66.500 Besucher werden alleine in den wissenschaftlichen Pfahlbauten gezählt. Sonderschiffe, Extrazüge und der aufkommende Reisebusverkehr im Rahmen der KdF Fahrten sind dafür mitverantwortlich.
  • 1938
    Nach Beschluss des Pfahlbauvereins geht das Freilichtmuseum in den Besitz des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte über. Dadurch wird eine geplante Übernahme durch das SS-Ahnenerbe verhindert. Eine Modellwerkstatt für pädagogische Lehrmittel wird in Unteruhldingen eingerichtet. Die Besucherzahlen gehen auf 59.880 zurück.
  • 1939
    Bundesführer Prof. Dr. Hans Reinerth übernimmt von Georg Sulger die Museumsleitung. Nachfolgend Baubeginn des steinzeitlichen Dorfes nach Vorbild der Senkkastengrabung vor Sipplingen (1929/30.) Aufgrund des Kriegsausbruchs wird der geplante Abriss der ersten Häuser von 1922 und eine beabsichtigte Erweiterung des Museums aufgegeben. Der Plan zur Anschüttung einer Insel für das Bronzedorf anstelle der Plattform in der Bucht und seine Erweiterung auf 18 Häuser wird nicht mehr umgesetzt.
  • 1940
    Fertigstellung des jungsteinzeitlichen Dorfes „Sipplingen“. Rückgang der Besucher infolge des Weltkrieges auf 16.390.
  • 1941  
    Das Bauprogramm, das auch die Rekonstruktion eines „Alamannischen Bauernhofes“ vorsah, kommt zum Erliegen.
  • 1942
    Ausgrabungen und Entnahme von Hölzern für die Altersbestimmung von Häusern in den stein- und bronzezeitlichen Pfahlbauten von Unteruhldingen. Der „Pfahlbaustreit“ um die tatsächliche Lage und Konstruktion der prähistorischen Siedlungen entbrennt zwischen den verschiedenen Vertretern der nationalsozialistischen Kulturpolitik.
  • 1944
    Die Modellwerkstatt fertigt letzte Modelle für den Schulunterricht.
  • 1945  
    Formelle Auflösung des Pfahlbauvereins zu Kriegsende. Besetzung und Beschlagnahme der Pfahlbauten durch französische Besatzungstruppen. Marokkanische Soldaten lassen sich in der Freilichtanlage nieder. Ab Juni Erlaubnis zur Wiedereröffnung durch die französischen Militärbehörden. Instandsetzung des Museums. Museumsleitung Dr. Gerda Schneider. 598 zahlende Besucher in diesem Jahr sind Minusrekord. Die alliierten Streitkräfte und ihre Angehörigen erhalten freien Eintritt.
  • 1947
    Die Besucherzahlen steigen wieder, erreichen aber nicht mehr die Werte der Vorkriegsjahre: 12.559 Besucher
  • 1950
    Wiederzulassung des Pfahlbauvereins unter dem 1. Vorsitzenden Landrat Dr. Maier, Überlingen.
  • 1952
    Fortlaufende Herausgabe der Vereinszeitschrift „Vorzeit am Bodensee“.
  • 1953   
    Hans Reinerth übernimmt erneut nach Gestattung der Regierung die Museumsleitung des Pfahlbaumuseums.
    Erste taucharchäologische Untersuchungen in Unteruhldingen unter seiner Anleitung finden statt.
  • 1954
    Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Pfahlbauforschung“ wird das Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte in Unteruhldingen gegründet. Eine Aufstockung des Museumsgebäudes zur Aufnahme der Einrichtungen erfolgt.
  • 1972
    Festakt 50 Jahre Pfahlbauten Unteruhldingen im Museum.
  • 1976
    Am Ostersamstag zerstört ein Brand das bronzezeitliche Pfahlbaudorf.
  • 1977
    Wiedereröffnung des Bronzezeitdorfes nach Renovierung.
  • 1989
    Neubau und Eröffnung der Holzwerkstatt für die Handwerksabteilung.
  • 1990  
    Dr. Gunter Schöbel wird neuer wissenschaftlicher Leiter. Hans Reinerth stirbt am 13. April in Unteruhldingen. Sein wissenschaftlicher Nachlass wird dem Museum übergeben. Der Verein für Pfahlbau- und Heimatkunde leitet eine Neukonzeption von Museum und Forschungsinstitut ein.
  • 1992
    Das vom Oberschulamt Tübingen geförderte pädagogische Projekt „Leben in der Jungsteinzeit“ entwickelt die Pfahlbauten zum außerschulischen Lernort für Schüler in Baden-Württemberg. Erstmalige Herausgabe der Vereinszeitschrift „Plattform“.
  • 1993
    Anpflanzung eines stein- und bronzezeitlichen Versuchs- und Schaugartens zur Nutzung.
  • 1996  
    Fertigstellung eines Museumsneubaus für Verwaltung, Ausstellung und Forschungsinstitutes mit Sammlungsbereich nach einem Architektenwettbewerb. Eröffnung durch den Bundespräsidenten Dr. Roman Herzog. Nachbau eines jungsteinzeitlichen Pfahlbauhauses für experimentelle Zwecke nach Vorbild der Ausgrabungen Hornstaad am Bodensee.
  • 1997
    Museumsfest 75 Jahre Pfahlbauten Unteruhldingen mit Enthüllung des Gründersteins für Georg Sulger, Victor Mezger, Robert Rudolf Schmidt und Hermann Levinger.
  • 1998
    Errichtung der Rekonstruktion „Experimentelles Pfahlbauhaus der Steinzeit Arbon (Schweiz)“ – nach Vorbild der Ausgrabungen im Kanton Thurgau.
  • 1999
    Jahrhunderthochwasser am Bodensee, Pegel Konstanz 5,65 m. Die Pfahlbauten entgehen nur knapp einer Katastrophe.
  • 2001
    Der 10-Millionste Besucher seit 1922 wird gezählt.
  • 2002
    Feierliche Eröffnung der Pfahlbauhäuser im neuen Bronzezeitdorf nach dem Vorbild der Ausgrabungsergebnisse in der spätbronzezeitlichen Siedlung Unteruhldingen-Stollenwiesen im Rahmen des Europaprojektes „Archaeolive“.
  • 2004
    150 Jahre Pfahlbauforschung. Eröffnung der Ausstellung „Mensch im Pfahlbau“ im Museum.
  • 2006
    Ein extremes Niederwasser des Bodensee von Dezember bis Februar legt die Fundamente der Pfahlbauten frei.
  • 2007
    Nach einem Filmprojekt der ARD/SWR Fernsehserie „Steinzeit“ – Leben wie vor 5000 Jahren“ in Kooperation mit dem Pfahlbaumuseum werden die Filmhäuser im Museum wiederaufgebaut. Sie werden fortan als Projekthäuser für Schulklassen genutzt.
  • 2008
    12 Millionen Besucher in den Pfahlbauten seit 1922.
  • 2009
    In einem starken Sturm wird die Rekonstruktion „Hornstaad“ zerstört. Es wurde 1996 zusammen mit „der Sendung mit der Maus“ errichtet.
    Im Rahmen der archäologischen Tagung H8 präsentieren sich acht europäische Museen mit Vorführungen zur lebendigen Geschichte im Projekt liveARCH den Besuchern.
    Das neue Projekt „Ein Tag in der Steinzeit“ vermittelt Schulklassen Hands On-Erfahrungen. Es wird von der Landesstiftung Baden-Württemberg und der Universität Tübingen unterstützt.
    Die Tagung Experimentelle Archäologie in Europa  „EXAR“ findet in Unteruhldingen statt.
  • 2010
    Die neue „Steinzeitwerkstatt“ für Schüler wird eröffnet.
    Veranstaltung von Programmen der „Kinderuni“ in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen und von Studierenden.
  • 2011
    Neurekonstruktion eines Experimentalhauses „Hornstaad 2“ als Ersatz für das 2009 durch ein Unwetter zerstörtes Haus „Hornstaad 1“ weiter im See.
    Die „Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen“ und somit neun Siedlungen am Bodensee werden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
    Erweiterung des Museums um einen „Steinzeitparcours“ für Schulklassen und Familien.
  • 2012
    Feiern zu „90 Jahre Pfahlbaumuseum“
  • 2013 
    Ausstellungseröffnung „Das Erbe der Pfahlbauer“ mit Originalfunden.
    Einweihung der Pre-Show ARCHAEORAMA, Erzählmaschine zum Weltkulturerbe, mit 360 Grad Projektionen in drei Sprachen.
    Die 13-millionste Besucherin seit 1922 kann im Museum begrüßt werden.
    Das Haus wird als besonders familienfreundliche Einrichtung durch den Tourismusverband Baden-Württemberg („Familien-Ferien“) ausgezeichnet.
  • 2014
    Eröffnung „ARCHAEOLAB“: Labor, Methodenschule und Pfahlbaukino für Schulklassen in der Dorfhalle.
  • 2015   
    Neuinszenierung des Hauses „Clan-Chef“, Bronzezeitdorf, mit erläuternder Beamer-Show.
  • 2016
    Sonderausstellung „Merkwürdiges“ zu Bildzeugnissen aus Uhldingen-Mühlhofen 1900-2000.
  • 2017
    Beginn des Projektes „Archäologie der Zukunft – Direktvermittlung Wissen“ im Programm Kleine Fächer des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg. Praxisseminare für Studierende im Museum.
  • 2018
    Veranstaltungsreihe „Experimentelle Archäologie“ im Rahmen des Europäischen Kulturerbe-Jahres (ECHY) im Steinzeitparcours. Architektenwettbewerb für eine Museumserweiterung. Tagung Experimentelle Archäologie (EXAR) in Unteruhldingen. Das Pfahlbaumuseum erhält den Museumspreis Baden-Württemberg für seine Leistungen.
  • 2019
    Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Experimentelle Archäologie“ im Rahmen des Europäischen Kulturerbe-Jahres. Die Veranstaltungen werden von Mai bis September erneut von 80.000 Gästen besucht.
    Entwicklung einer Website mit Unterrichtsvorschlägen für Lehrer und Schulklassen.
  • 2020
    Erstellung eines Bebauungsplanes für die Museumserweiterung. Vorbereitungen zur Errichtung eines „Grünen Klassenzimmers“ im Steinzeitparcours.
  • 2022
    Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Pfahlbauten. Wiedereinrichtung der ersten beiden Häuser von 1922 des Steinzeitdorfs Riedschachen.
  • 2024
    Eröffnung des Museumsneubaus „Neues Museum am See“ am 20. Juni 2024.

mehr zur Museumsgeschichte > Publikationen

Das Forschungsinstitut

Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen in der Trägerschaft des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V. umfasst das Freilichtmuseum und das Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte. Das Institut wurde am 16. Mai 1954 durch den ersten Vorsitzenden des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V. Landrat i. R. Dr. Rudolf Maier gegründet. Durch eine bauliche Aufstockung des alten Pfahlbaumuseums aus dem Jahre 1934 konnten die notwendigen Arbeitsräume und Magazine für die Originalsammlungen innerhalb des Museums geschaffen werden. Hans Reinerth wurde dessen erster Leiter. Nun konnten die Sammlungen des Museums zusammengefasst und ordnungsgemäß untergebracht werden. Neben einem Fotolabor standen dort ein Zeichenraum und die Institutsbibliothek zur Verfügung. Schon im Gründungsjahr umfasste der Bibliotheksbestand 3000 Einzelbände und 2000 Sonderdrucke. Ausrüstungen für Land- und Unterwassergrabungen waren vorhanden.

Die Zielsetzung für das neu gegründete Forschungsinstitut bestand in der Erfassung und Erschließung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Vor- und Frühgeschichte des Bodenseeraumes. Ausgrabungen und Sondagen fanden ab etwa 1949 bis in die frühen 1980er Jahre am Bodensee und in Oberschwaben statt. Zeitweilig waren hierfür bis zu 5 Arbeitskräfte angestellt. Die Vermittlung der Forschungsergebnisse erfolgte fortlaufend in der Vereinszeitschrift „Vorzeit am Bodensee“

Die wissenschaftliche Leitung des Forschungsinstituts hatte von 1954 bis 1989 Prof. Dr. Hans Reinerth inne. Als wissenschaftliche Assistentin war Frau Dr. Gerta Schneider (1945-1956) angestellt, als Fotograf und Laborant in den ersten Jahren der wissenschaftliche Lichtbildner Heinz Dürr. Es folgten in wechselnden Tätigkeiten Frau Waltraud Grünewald als technische Zeichnerin, Frau Dr. Elisabeth Heinsius als ehrenamtliche wissenschaftliche Mitarbeiterin, Frau Irmgard Fernengel als Verantwortliche für fotografische Aufnahmen, Herr Josef Brunner für die Modellwerkstatt. Zahlreiche Privatsammler und ehrenamtliche Mitarbeiter wie Hermann Schiele, Fritz Sulger, Karl und Aribert Wiehler, Fritz Zimmermann, Erich Schultz, Alfons Beck, Bernhard Regenscheid und Helmut Maier unterstützten durch Feldbegehungen und Sammeltätigkeit die Arbeit des Institutes im Zeitraum von 1954 – 1989.

Sammlungsgeschichte 1922 – 1989

Den Ursprung hatten die Sammlungen in der Schenkung von Pfahlbaufunden des Bürgermeisters und Vereinsgründers Georg Sulger. Sie wurden durch Leihgaben des Bodenseegeschichtsvereins ergänzt. Dazu kamen Ausgrabungsfunde des Prähistorikers Hans Reinerth, dessen wissenschaftlicher Nachlass 1990 dem Museum übergeben wurde. Der Sammlungsbestand wuchs durch Schenkungen und Ankäufe bis 1989 stetig. Neben dem Aufkauf prähistorischer Funde von Privatsammlern wurde auch die Anschaffung volkskundlicher Gegenstände Unteruhldingen intensiv betrieben. Die sollte der Ausstattung eines geplanten „alamannischen Bauernhofes“ dienen. Ausstellungstafeln, Nachbildungen, Modelle und Gipsabdrücke von prähistorischen Hüttenböden aus Ausgrabungen der 30er Jahre ergänzten den Bestand. Seit 1990 erfolgt eine systematische Aufnahme aller Sammlungsbereiche durch die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums, vornehmlich im Winterhalbjahr.

Sammlungsgeschichte 1990 bis heute

Ab 1990 wuchs der Bestand vor allem in den Bereichen Bibliothek, Fotoarchiv und Modellwerkstatt. Die erste Sammlungserschließung ergab bis heute aufgeschlüsselt nach den Bereichen: Fundarchiv, Fotoarchiv, Schriftarchiv, Bibliothek, Ausgrabungsdokumentationen, Modellwerkstatt, Volkskunde insgesamt mehr als 2 Millionen Archiveinheiten. Erste Zusammenfassungen sind erschienen:
> Informationen zu den Archiven des Pfahlbaumuseums
> Informationen zum Nachlass R. R. Schmidt

Zurzeit wird an der Digitalisierung der Sammlungen gearbeitet. Die Aufgaben der am Forschungsinstitut tätigen Mitarbeiter umfassen neben der grundlegenden Ordnungsarbeit die Veröffentlichung der Sammlungsmaterialien und die Nutzung der Bestände für Ausstellungen und Abschlussarbeiten.  Hierfür steht die Vereinszeitschrift Plattform und die Schriftenreihe des Pfahlbaumuseums zu Verfügung.

Die Sammlungen

Ausgehend von der Privatsammlung des Museumsgründers Georg Sulger umfassen die Sammlungen des Museums heute über 2 Millionen archivalische Einheiten in 7 Abteilungen. Sie werden für Ausstellungen, universitäre Abschlussarbeiten, forschungsgeschichtliche Zwecke und wissenschaftliche Publikationen eingesetzt.

Forschungsprojekte

Das Museum ist ehrenamtlich für die staatliche Denkmalpflege im Bodenseekreis tätig. Dies beinhaltet archäologische Surveys und Baustellenbeobachtungen. Schwerpunkte liegen in der Experimentellen Archäologie, etwa bei Langzeitversuchen zur Standfestigkeit und Zerfallsstudien von Pfahlbauhäusern sowie in der Forschungsgeschichte der Archäologie. Regionalgeschichtliche Arbeiten und die regelmäßige Beteiligung an Ausstellungsprojekten runden das Aufgabenspektrum ab.

Publikationen

Regelmäßig erfolgt die Herausgabe der Vereinszeitschrift Plattform und der Schriftenreihe des Pfahlbaumuseums. Ausführliche Listen zu Vorträgen und Publikationen des Museums zu unterschiedlichen Themen finden Sie hier nach Autoren geordnet:

> Zu den Publikationen

Ausstellungen

Seit Juni 2024 zeigt das Neue Museum am See eine Ausstellung zum UNESCO-Weltkulturerbe der Pfahlbauten. Zum Jubiläum eröffnet 2022 die Sonderausstellung „Pfahlbauten Unteruhldingen – eine Idee wird 100“. Kleinere Ausstellungseinheiten finden sich in verschiedenen Pfahlbauhäusern sowie auf dem Gelände und im Steinzeit-Parcours.

Kooperationen

Sie bestehen aktuell mit der Universität Tübingen, Institut für Ur- und Frühgeschichte und der Archäologie des Mittelalters weiter mit den Landesmuseen Baden-Württembergs, dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Verein zur Förderung der Experimentellen Archäologie in Europa (EXAR) und zahlreichen Geschichtsvereinen und Museen mit denen unter anderem auch ein intensiver Schriftenaustausch und eine intensive Gremienarbeit besteht. Im Deutschen Verband für Archäologie engagiert sich das Museum im Schwerpunkt Archäologie und Schule.

Medien für den Unterricht

Der aktuelle Stand hierzu ist zusammengefasst auf der Webseite:

> www.archaeologie-der-zukunft.de

Das Team

Direktion


Prof. Dr. Gunter Schöbel
Geschäftsführer, Museumsdirektor, Wissenschaftlicher Leiter
schoebelg@pfahlbauten.de

Sabine Schöbel
Stellvertretende Geschäftsführerin
schoebels@pfahlbauten.de

Verwaltung/Anmeldung


Heike Brockschläger
brockschlaeger@pfahlbauten.de

Christina Fröhlich
froehlich@pfahlbauten.de

Vanessa Reichhart
reichhart@pfahlbauten.de

Julia Mauer
mauer@pfahlbauten.de

Wissenschaft/Museumspädagogik


Jürgen Hummler
hummlerj@pfahlbauten.de

Peter Walter, M.A.
walter@pfahlbauten.de

Simon Herdt, M.A.
herdt@pfahlbauten.de

Axel Grabherr, M.A.
grabherr@pfahlbauten.de

Museumstechnik


Dominik Winstel

Mohammad Jawadi

Jacob Finweg

Volontariat/Praktikum


Erik Häußler

Der Verein

Der Verein für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V. umfasst Stand 2024 etwa 680 Mitgliederinnen und Mitglieder. Seine Ziele sind die Unterstützung der archäologischen Forschung zu den Pfahlbauten und zur Regionalgeschichte und die Vermittlung dieser Erkenntnisse an die Bevölkerung.

Der Verein ist in Anerkennung diese Aufgabe als gemeinnützig anerkannt. Er erreicht diesen Zweck durch das Pfahlbaumuseum und das ihm angegliederte Forschungsinstitut.

Die Mitglieder erhalten für ihren Beitrag freien Eintritt in die Pfahlbauten, die Vereinszeitschrift Plattform und manche Veröffentlichungen kostenlos. Jährliche Vereinsreisen führen zu interessanten archäologischen Zielen, Ausgrabungen und Museen.

Werden Sie Mitglied – Unterstützen Sie die Arbeit des Vereins!
> Mitgliedsantrag für Einzelpersonen
> Mitgliedsantrag für Familien

Die Sammlungen

Die Arbeiten in den Sammlungen, bei Ausgrabungen oder in Workshops bilden die Grundlage für jede archäologische Vermittlungsarbeit – Unterstützen Sie uns durch Ihre Mitarbeit!

Vermitteln

Es gibt viele Möglichkeiten, dem Museum bei seiner pädagogischen Arbeit zur Seite zu stehen. Melden Sie sich zum Freiwilligendienst: bei Festen, im Kinderprogramm. Wir freuen uns auf Sie!

Mitmachen

Manchmal fehlt es an unterstützenden Händen. Wir würden sie gerne im Rahmen unserer Vereinsarbeit zum Gestalten der Museumsaufgaben ansprechen. Wirken Sie aktiv mit!

Der Vorstand


1. VorsitzenderJens Lorenz
2. VorsitzenderWolfgang Müller
Geschäftsführer/
Museumsdirektor:
Prof. Dr. Gunter Schöbel
Schriftführer:Gabriele Schmidt
Kassenwart:Edgar Lamm
Beisitzer:Elisabeth Rupp
Meinrad Schneider
Marcus Heberle
Karl-Heinz Hummel

Vereinstermine 2026


16.10.2026Mitgliederversammlung

Ihre Spende hilft

Der Verein ist gemeinnützig tätig und verwendet alle Mittel ausschließlich für das Museum und die in der Vereinssatzung festgelegten Zwecke:

  • Erforschung der Ur- und Frühgeschichte des Bodensees, vor allem der ur- und früh- geschichtlichen Pfahlbauten
  • die barrierefreie Vermittlung der Forschungsergebnisse an ein breites Publikum
  • und die Volksbildung am Bodensee, unterstützt durch ein eigenes Forschungsinstitutes seit mehr als 100 Jahren.

Die Pfahlbauten von Unteruhldingen würden sich über eine Spende freuen für:

  • die Instandhaltung und den Ausbau des Freilichtmuseums Pfahlbauten
  • die Sammlung und Bewahrung der Originalfunde im Museumsarchiv
  • die archäologische Erforschung des Bodenseeraums

Spendenkonto:

Sparkasse Salem-Heiligenberg
IBAN: DE 62 6905 1725 0003 0017 57
BIC: SOLADES1SAL

Spendenbescheinigungen werden ab einer Höhe von 100 Euro ausgestellt. Unter dieser Summe gilt der Überweisungsbeleg.

Archaeo-Kids Kinderclub

Der Verein besitzt auch einen Kinderclub für pfiffige Archaeo-Kids. Jedes Jahr finden mehrere, vom pädagogisch-wissenschaftlichen Dienst des Museums geleitete Veranstaltungen statt. Mitmachen können alle Kinder ab 6 Jahren.

Die Mitgliedschaft im Archaeo-Kids Kinderclub ist kostenlos, wenn zumindest ein Eltern- oder Großelternteil reguläres Mitglied im Pfahlbauverein ist. Bei Veranstaltungen des Clubs erheben wir für Mitglieder einen kleinen Unkostenbeitrag von 4 €. Nichtmitglieder, die ebenfalls herzlich eingeladen sind, bezahlen 8,50 €.

Die Teilnehmerzahl für die Veranstaltungen ist begrenzt. Anmeldungen sind unter dem folgenden Link möglich:
https://pfahlbauten.ticketfritz.de

Das Veranstaltungsprogramm für 2026 findet ihr hier.

Logo Pfahlbauten

Pfahlbauten
Unteruhldingen
am Bodensee
Freilichtmuseum und
Forschungsinstitut

Strandpromenade 6
88690 Uhldingen-Mühlhofen
Ortsteil Unteruhldingen

Fon +49 7556 92890-0
Fax +49 7556 92890-10
E-Mail mail@pfahlbauten.de

Öffnungszeiten


Letzter Einlass:
30 Minuten vor Schließung

Januar und Februar:
Di-Do öffentliche Winterführung: Eintritt von 14:00-14:15 Uhr,
Beginn der Führung um 14:15 Uhr, Ende um 15:00 Uhr
Mo-Fr für Gruppen (ab 15 Personen) nach Voranmeldung.

Ab 01. März bis 27. März:
Sa/So 10:00 – 17:30 Uhr
Di-Do öffentliche Winterführung: Eintritt von 14:00-14:15 Uhr,
Beginn der Führung um 14:15 Uhr, Ende um 15:00 Uhr
Mo-Fr für Gruppen (ab 15 Personen) nach Voranmeldung.

Ab 28. März bis 13. Mai:
täglich 10:00 – 17:30 Uhr

Ab 14. Mai bis 30. September:
täglich 09:30 – 18:00 Uhr

Ab 01. Oktober bis 01. November:
täglich 10:00 – 17:30 Uhr

Ab 02. November bis 30. November:
Sa/So 10:00 – 16:30 Uhr
Di-Do öffentliche Winterführung: Eintritt von 14:00-14:15 Uhr,
Beginn der Führung um 14:15 Uhr, Ende um 15:00 Uhr
Mo-Fr für Gruppen (ab 15 Personen) nach Voranmeldung.

Dezember:
Di-Do öffentliche Winterführung: Eintritt von 14:00-14:15 Uhr,
Beginn der Führung um 14:15 Uhr, Ende um 15:00 Uhr
Mo-Fr für Gruppen (ab 15 Personen) nach Voranmeldung.

Veranstaltungen


Termine

© Copyright 2020 Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee · Freilichtmuseum und Forschungsinstitut · Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen, Ortsteil Unteruhldingen