Pfahlbau Freilichtmuseum Museum
    Pfahlbauten Weltkulturerbe
Hier klicken für weitere Details
Suche         Facebook-Fan werden Folge uns auf Twitter Folge uns auf Instagram Folge uns auf Google+  
   
     
Veranstaltungskalender
Aktuelles
Ausstellungen
Pfahlbau-Kinderclub
Newsletter
20.5. - 25.5.2018

Experimentelle Archäologie aus Europa - Wissen erlebbar gemacht.

Schon in der Steinzeit vor 6000 Jahren verband das heutige Europa ein Handel mit Rohmaterialien. Feuerstein, Kupfer und Bernstein, in späteren Zeiten Zinn, Glas, Eisen und Textilien wurden über weite Strecken verhandelt. Die experimentelle Archäologie erforscht die handwerklichen Fähigkeiten, die für die Gewinnung und Verarbeitung dieser Rohstoffe bekannt waren. Vorführungen vermitteln dabei besonders anschaulich die Forschungsergebnisse an Alt und Jung.

Sharing Heritage - Europäisches Kulturjahr 2018

Teil I: Salz und Kupfer

Dampfende Salzsohle und glühendes Metall – wie haben die Menschen früher das lebensnotwendige Salz fernab von Meer und Bergwerk gewonnen? Wie wurde das erste Kupfer verhüttet? Diese faszinierenden Techniken zeigen und erklären Ihnen schweizerische und deutsche Experimentalarchäologen.

 

Salz

 

Salz ist lebensnotwendig und kann auf drei verschiedenartige Weisen gewonnen werden. Eine davon ist das Salzsieden. Hierbei wird salzhaltiges Quellwasser (Sole), das durch das natürliche Auslaugen von unterirdischen Steinsalzlagen entsteht, eingedampft. Erhitzt wird die Sole dabei in speziellen Tongefäßen, die auf tönernen Stützen stehen, einer sogenannten Briquetage. Durch die Hitze verdunstet das Wasser und es bilden sich Salzkristalle. Die Sole wird regelmäßig nachgefüllt und nach 10-12 Stunden sind die Gefäße komplett mit Salz gefüllt.

Salzsole kommt nur an bestimmten Orten an die Oberfläche. Von diesen Orten aus brachten Händler die mit salzgefüllten Gefäße aus der Briquetage in andere Regionen. Sie waren wichtiges und wertvolles Handelsgut. Wenn man das Salz nutzen wollte, wurde die Gefäße zerschlagen. Die Fundorte der Scherben zeigen den Archäologen die Wege der Händler. Die Briquetage, die hier verwendet wird, ist der Nachbau eines keltischen Fundes in Schwäbisch Hall (5. - 1. Jh. v. Chr.), der früheste Nachweis für Salzgewinnung in Südwestdeutschland.

 

 

zum Video (Bitte den Link in neuem Tab öffnen)

Zum Plakat mit Kurzinfos zu Salz


Kupfer

 

Verhüttung

In der Jungsteinzeit, vor über 6500 Jahren begann man in Europa Kupfer zu Schmuck, Waffen und Werkzeugen zu verarbeiten. Gediegenes Kupfer (Kupfer in Reinform) liegt in Europa oberflächlich kaum vor. Deswegen wurde Kupfer aus kupferhaltigen Gesteinen (Kupfererze) gelöst (verhüttet). Das Erz kam z.B. aus Österreich (Mondsee) und Italien (Toskana). Bei der Kupferverhüttung wird das Erz mit Holzkohle und Luftzufuhr auf ca. 1100°C erhitzt. Durch eine chemische Reaktion löst sich unter Sauerstoffzufuhr das Kupfer von den nicht metallischen Bestandteilen (Schlacke).

Hier werden die Kupfererze Malachit und Azurit in einem Tiegel erhitzt, wie man ihn aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. kennt. Man braucht eine Menge Puste – eine Stunde lang sorgen vier Personen für ein konstantes Zuführen von Sauerstoff mit Blasrohren. Doch die Mühe hat sich gelohnt - am Ende liegen fast 100g Gramm Kupfer vor, das aus den kleinen Schlackenkalotten herausgeschlagen werden kann. Eine kleine Kostbarkeit!

 

Zum Video: Verhüttung am Feuer (Bitte den Link in neuem Tab öffnen)

 

Zum Plakat mit Kurzinfos zu Kupfer und Bronze


Bronzeguss

Aus Bronze wurden in der Bronzezeit (2200 - 800 v. Chr. ) Waffen, Werkzeuge und Schmuck hergestellt. Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn, die härter und zäher ist als Kupfer.

Um Gegenstände aus Bronze zu gießen werden Kupfer und Zinn in einem Mengenverhältnis von ca. 9:1 in Tiegeln auf ca. 1000°C erhitzt und in Formen gegossen, z.B. in zweiteiligen Gussformen aus Sandstein. Danach muss das Gegossene noch geschliffen und poliert werden, wie hier die Pfeilspitzen.

 

Zum Video: Kupferverhüttung an offener Feuerstelle (Bitte den Link in neuem Tab öffnen)

Zum Video: Bronzeguss (Bitte Link in neuem Tab öffnen)

Zum Plakat mit Kurzinfos zu Kupfer und Bronze

 

Impressionen der Veranstaltung

 

 

 

Zu den anderen Teilen der Veranstaltungsreihe

 

Das Projekt ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturjahr 2018 „Sharing Heritage“ und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Es umfasst die Veranstaltungsreihe „Experimentelle Archäologie“, bei der Spezialisten aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Erkenntnisse und Erfahrungen präsentieren – Mitmachen erwünscht. Parallel werden Lehrstationen entwickelt, die der nachhaltigen Vermittlung dienen sollen. Ergänzt wird die Veranstaltungsreihe durch eine Tagung der Europäischen Vereinigung zur Förderung der Experimentellen Archäologie (EXAR), die den Austausch der neuesten Forschungsansätze auf wissenschaftlicher Ebene ermöglichen soll

Bundesministerium für Kultur und Medien
  alle Angaben ohne Gewähr; Stand Mai 2018


 
Datenschutz   Impressum