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Unser Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018

30.7. - 5.8.2018

Experimentelle Archäologie aus Europa - Wissen erlebbar gemacht.

Teil V: Bernstein, Glas und Stoffe

 

Glänzender Bernstein aus fernen Ländern, blaues Glas und farbige Stoffe – lettische und deutsche Fachgruppen halten ein buntes Programm zur Schmuck- und Kleidungsherstellung für Sie bereit -  von der kleinsten Perle bis hin zum gewebten und gefärbten Kleidungsstück.

Schon in der Steinzeit vor 6000 Jahren verband das heutige Europa ein Handel mit Rohmaterialien. Feuerstein, Kupfer und Bernstein, in späteren Zeiten Zinn, Glas, Eisen und Textilien wurden über weite Strecken verhandelt. Die experimentelle Archäologie erforscht die handwerklichen Fähigkeiten, die für die Gewinnung und Verarbeitung dieser Rohstoffe bekannt waren. Vorführungen vermitteln dabei besonders anschaulich die Forschungsergebnisse an Alt und Jung.

Sharing Heritage - Europäisches Kulturjahr 2018

Das Projekt ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturjahr 2018 „Sharing Heritage“ und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Es umfasst die Veranstaltungsreihe „Experimentelle Archäologie“, bei der Spezialisten aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Erkenntnisse und Erfahrungen präsentieren – Mitmachen erwünscht. Parallel werden Lehrstationen entwickelt, die der nachhaltigen Vermittlung dienen sollen. Ergänzt wird die Veranstaltungsreihe durch eine Tagung der Europäischen Vereinigung zur Förderung der Experimentellen Archäologie (EXAR), die den Austausch der neuesten Forschungsansätze auf wissenschaftlicher Ebene ermöglichen soll.

Bundesministerium für Kultur und Medien

 

 

 

 

Bernstein

Bernstein ist Millionen altes versteinertes Harz von Nadelbäumen, in das manchmal sogar Tiere oder Pflanzen eingeschlossen erhalten. Früher war er ein begehrter Schmuckstein. Bereits vor 20 000 Jahren verarbeiteten ihn die Jäger und Sammler der Altsteinzeit zu Anhängern und Perlen. Ab der Jungsteinzeit wurde er von der Ostsee und Nordeuropa über die Alpen bis in den Mittelmeerraum verhandelt, sogar nach Ägypten. Die damaligen Handelswege lagen vor allem entlang der großen Flüsse, wie Rhein, Donau und Rhone.

Bernstein ist recht weich. Dadurch lässt er sich leicht mit einem Feuerstein- oder Metallbohrer durchbohren und mit Sandsteinen in Form schleifen. Den charakteristischen Glanz erhält er durch Polieren mit einem Tuch oder Leder sowie einem feinen Schleifpulver, wie Schlämmkreide oder Ton.

 

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Glas

Durch das Erhitzen von über 1 000°C entsteht aus Sand, Pflanzenasche und Kalk Glas. Durch Hinzugeben von Metalloxiden kann es gefärbt werden. Vor ca. 5 000 Jahren begann man im Vorderen Orient mit der Herstellung von Glas. Vielleicht wollte man damit seltene und wertvolle Edelsteine nachahmen. Anfangs wurden Stein- und Tonperlen mit Glas überzogen, später dann ganze Perlen und schließlich aufwendige Gefäße und Barren aus Glas hergestellt und verhandelt.

In den Pfahlbausiedlungen waren tonnenförmige grün-blaue Perlen mit weißer Umwicklung besonders beliebt -  die sogenannten „Pfahlbautönnchen“. Manche dieser Perlen finden sich auch in weitentfernten Regionen, wie Nordeuropa. Sie geben uns Hinweise auf die Handelsnetzwerke der Pfahlbauern. Wo das Rohglas hergestellt wurde, wird noch untersucht. Die einzige bisher bekannte Produktionsstätte der Bronzezeit liegt in Norditalien (Frattesina).

 

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Textil

Die meisten Tiere besitzen ein Fell, Wolle oder Federn, mit denen sie sich vor der Witterung schützen. Der Mensch hat diesen natürlichen Schutz im Laufe seiner Entwicklung verloren. Mit der Erfindung der Kleidung fand er jedoch einen Ersatz, der es ihm ermöglichte selbst sehr kalte Gegenden zu besiedeln. Anfangs bestand die Kleidung vor allem aus den Fellen oder der Haut erlegter Tiere, die mit Tiersehnen zusammengenäht wurden. In der Jungsteinzeit (ab ca. 5.500 v. Chr.) wurden die Menschen von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern und Viehzüchtern. Neben Getreide bauten sie mit Flachs auch eine Pflanze an, aus deren Fasern sich Fäden und damit Stoffe herstellen lassen. Auch Schafwolle, Brennnesselfasern oder Baumbast wurde für die Herstellung von Textilien verwendet.

 

Flachsfasern und Wolle wurden von den Pfahlbauern mit Handspindeln zu Fäden gesponnen, wie die Funde von Spinnwirteln zeigen. Die Fäden wurden anschließend auf Gewichtswebstühlen zu Stoffen weiterverarbeitet. Von ihnen finden sich bei Ausgrabungen häufig noch die Webgewichte, mit denen die senkrecht laufenden Fäden („Kettfäden“) gespannt wurden. Mit Hilfe kleiner viereckiger Brettchen gewobene Bäner (Brettchenweben) sind erst ab der Eisenzeit sicher nachgewiesen.

 

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Erste Impressionen der Veranstaltung

 

 

alle Angaben ohne Gewähr; Stand Mai 2018


 

 
   


 
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