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Beim Besuch der Pfahlbauten stellen sich oft ähnliche Fragen. Die wichtigsten Antworten finden Sie hier.

Weitere Fragen und Antworten in anderen Sprachen finden Sie auch unter www.pfahlbauten.de/delphi

Hier finden Sie eine Erklärung zum Delphi-Projekt

Wo standen die Originalpfahlbauten?
Wann und von wem wurden die Nachbildungen errichtet?
Wie viel ist Phantasie?
Was ist gesicherte Erkenntnis?
Warum wurde auf Pfähle gebaut?
Wie groß waren die Dörfer?
Wie viele Einwohner hatten sie?
Wie lange brauchte man für den Bau eines Hauses?
Wie lange stand ein Haus?
Welche Völker lebten hier?
Lebte in jedem Haus eine Familie?
Gab es ein Dorfoberhaupt?
Was hatte er zu tun?
Was weiß man über Religion und Kult?
Was haben die Menschen gegessen?
Wer finanziert und trägt das Museum?
Was ist in den Häusern, die nicht geführt werden?
Wo und von wem wird heute noch ausgegraben?
Was ist der Pfahlbaustreit?


 
Wo standen die Originalpfahlbauten?
 
An allen größeren Voralpenseen der Schweiz, Italiens, Frankreichs und Deutschlands gab es Pfahlbauten sowie an manchen Seen Italiens, Österreichs, Lettlands, Litauens, Spaniens, im Laibacher Moor oder im Federseemoor in Oberschwaben. Nach den neuesten Daten ist diese Wohnform der Jungsteinzeit und Bronzezeit zwischen ca. 4300 v. Chr. und 800 v. Chr. belegt. Allein am Bodensee sind inzwischen über 100 Siedlungsstandorte mit etwa 400 ehemaligen Siedlungen bekannt. Bevorzugt wurden Standorte mit guten Ackerböden, ausreichender Frischwasserversorgung an geografischen Kreuzungspunkten von Handelswegen. Nicht ohne Grund finden sich bei Konstanz, Bodman-Ludwigshafen und Unteruhldingen die größten Siedlungskonzentrationen in prähistorischer Zeit. Zwischen Unteruhldingen und der Insel Mainau ist mit 2,3 km Distanz die kürzeste Überfahrtsmöglichkeit vom Nord- zum Südufer als Bestandteil einer historischen Route von der Donau nach Oberschwaben über den Bodensee in die Schweiz bis nach Italien gegeben.
Die Rekonstruktionen im Freilichtmuseum Unteruhldingen (1922-2007) haben Ausgrabungsergebnisse von Riedschachen bei Bad Schussenried (Häuser von 1922), Bad Buchau, Unteruhldingen und Konstanz (Bronzezeitdorf von 1931) sowie Sipplingen, Riedschachen und Aichbühl bei Bad Schussenried (Steinzeitdorf von 1939/40) als wissenschaftliche Grundlage. (Abbildung).
Die neuesten Häuser (im Osten und Norden) der Anlage haben ihr Vorbild in den archäologischen Untersuchungen von Hornstaad (Bau 1996 und 2007), Arbon (Bau 1998) und Unteruhldingen (Bau 1998-2005) am Bodensee.
   
 
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Wann und von wem wurden die Nachbildungen errichtet?
 
Die ersten Rekonstruktionen in Unteruhldingen wurden zwischen 1922 und 1940 erbaut. Die ältesten Steinzeithäuser von 1922 entstanden unter der wissenschaftlichen Fachberatung des Urgeschichtlichen Forschungsinstitutes Tübingen (Dr. H. Reinerth, Prof. Dr. R. R. Schmidt).

Die technische Bauausführung lag beim Unteruhldinger Pfahlbauverein (P. Fritz, G. Sulger). Das Bronzezeitdorf (1923-1931) und das Steinzeitdorf (1937-1940) entstanden nach Entwürfen von H. Reinerth. Die Bauleitung vor Ort hatte Chr. Murr, der Leiter der Modellwerkstatt des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte (vormals Modellwerkstatt des Urgeschichtlichen Forschungsinstitutes Tübingen).

Die neuesten Häuser (1996, 1998, 2002, 2007) gründen auf den aktuellen Ausgrabungen und werden vom Museum und seinem Forschungsinstitut in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden errichtet (Abbildungen).
    Rekonstruktionen Pfahlbauten

Prof. Dr. R. R. Schmidt Dr. H. Reinerth Georg Sulger
 
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Wie viel ist Phantasie?
Was ist gesicherte Erkenntnis?

 
Archäologische Rekonstruktionen sind von der Güte des Erhaltungszustandes des Befundes und der Qualität der Untersuchungsmethoden abhängig. Vor 6000 oder 3000 Jahren zusammengefallene Häuser sind nur noch bruchstückhaft im Boden nachzuweisen. In den Mooren und Seen mit ihrem hervorragenden Erhaltungsmilieu für organische Materialien sind Pfahlstümpfe, Teile von Böden, Herdstellen, Wänden und Bruchstücke von Einrichtungsgegenständen in guter Erhaltung anzutreffen. Ein vom Boden bis zum Firstbalken erhaltenes Haus ist bislang noch nicht gefunden worden. Im besten Fall sind noch 30 cm Wandhöhe vorhanden. Problematisch ist daher vor allem die Berechnung der Wandhöhen und die der Dachneigung, die nur aus umgefallenen Bauelementen eines gut konservierten Hausrestes erschlossen werden können. Die Dachdeckung bestand je nach Dachwinkel und Zweck aus Gras, Holzschindeln, Zweigen, Rinden und Schilf.

Jede archäologische Hausrekonstruktion im Pfahlbaumuseum ist ein sorgfältig konstruiertes Modell und versucht, aufgrund des Befundes und dem Vergleichswissen der Archäologie, der Völkerkunde und der Volkskunde, stichhaltige Nachbildungen zu erstellen. Kompromisse sind nötig, um in einem Museum die gewünschte Sicherheit und die Verständlichkeit der Darstellung für den Besucher zu erreichen. Ein Rest Phantasie bleibt dort, wo die Ausgrabungen noch keine deutlichen Ergebnisse erbracht haben. Mit fortschreitender Forschung wird die Grundlage für die Rekonstruktionen immer besser, und damit auch die Basis für die Rekonstruktionen.
    Rekonstruktionen Pfahlbauten

Pfahlbauten Zeichnung
 
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Warum wurde auf Pfähle gebaut?
 
An den Seen des Alpenvorlandes sind Wasserstandsschwankungen in Abhängigkeit vom jährlichen Wasserzufluss vorhanden. Der Bodensee kann im Jahresmittel heute 2-3 Meter schwanken. Besonders kräftig wirken sich die Zuflüsse der Schmelzwässer im Frühjahr aus, die ab März einsetzen. Sie können den Seespiegel in nur drei Monaten um drei Meter wachsen lassen. Eine Abhängigkeit des Bodenseewasserspiegels von den Schmelzwässern ist nach den Hausverteilungen auch für die Stein- und Bronzezeit anzunehmen. Die Uferlinie und der Untergrund verändern sich unter natürlichen Bedingungen im Wechselspiel zwischen Sedimentation und Erosion ständig. Für einen Uferbewohner empfiehlt es sich daher stets, auf Pfähle zu bauen oder andere Vorsichtsmaßnahmen für einen trockenen und sicheren Standort seines Hauses zu treffen. Wenn als Vorteile einer Uferwohnung die guten Bedingungen für Hausbau, einfache Abfallentsorgung, Kommunikation, Transport, Handel, Verkehr und Fischfang bedacht werden, dann lässt sich diese Art zu wohnen trotz der ständig feuchten Umgebung auch für einen Menschen der heutigen Zeit verstehen. Die Schutzfunktion vor Feinden, die in der Vergangenheit in Anlehnung an die alte Geschichtsschreibung immer wieder angeführt wurde, kann keine alleinige Begründung für das Wohnen auf Pfahlbauten liefern. Dass es Pfahlbauten gegeben hat, ist inzwischen nach einer Vielzahl neuer Ausgrabungen zumindest an den großen Seen sicher. Auch ist sicher, dass sie in idealer Position an den europäischen Fernhandelswegen günstig angelegt wurden.    
 
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Wie groß waren die Dörfer?
Wie viele Einwohner hatten sie?

 
Während der Jungsteinzeit und Bronzezeit gab es im Bodenseeraum und am Federsee kleine und größere Siedlungen. Ein Dorf konnte zwischen fünf und achtzig Häuser umfassen. Dementsprechend schwankt die Dorfgröße zwischen 0,1 und 2 Hektar. Der Mittelwert für die Jungsteinzeit liegt bei etwa zwanzig, für die Bronzezeit bei etwa dreißig Häusern. In den größten Dörfern mit eng aneinander gereihten Häusern lebten schon vor 3000 Jahren etwa 500 Menschen.      
 
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Wie lange brauchte man für den Bau eines Hauses?
 
Genaue Angaben dazu sind aufgrund fehlender schriftlicher oder mündlicher Überlieferung nicht möglich. Annäherungswerte ergeben sich aus der Beobachtung heute noch bewohnter Pfahlbausiedlungen und den ermittelten Baudaten vorgeschichtlicher Pfahlbauten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Errichtung eines Hauses unter Mithilfe zahlreicher Dorfbewohner zügig vonstatten ging, wenn das Baumaterial einmal beschafft war. Völkerkundliche Vergleiche zeigen, dass die Errichtung eines Rohbaus innerhalb weniger Tage und die Fertigstellung in ein bis zwei Monaten möglich ist (Abbildung).

Über die Erfahrungen beim Bau der Experimentalhäuser „Hornstaad“ kann die reine Bauzeit für ein Haus ohne Materialbeschaffung und -zurichtung mit 20 Tagen bei 3 – 4 Handwerkern angegeben werden. Die Vorbereitungen dafür dauern etwa 2 Monate.
     
 
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Wie lange stand ein Haus?
 
Pfahlbauten sind auf Holzpfähle gebaut. Ihre Haltbarkeit – im Grenzbereich zwischen Boden und Luft bzw. Wasser und Luft – bestimmt nach den Erfahrungen im Pfahlbaumuseum die Lebensdauer eines Hauses. Eichenpfähle halten je nach Jahrringdichte und Stärke zwanzig bis fünfzig, Nadelholz oder Eschenpfähle meist keine fünfzehn Jahre. Jährliche Wasserspiegelschwankungen, Eisgang im Winter, Hochwasser und Stürme verkürzen die Lebensdauer der Pfahlbauen im feuchten Uferbereich am Bodensee zusätzlich. Nach den Ergebnissen der Dendrochronologie, der Jahrringaltersmethode, stand ein Haus in der Stein- und Bronzezeit meist nur zehn bis fünfzehn, selten dreißig Jahre lang. Damit Häuser länger bewohnt werden konnten, wurde immer wieder repariert.      
 
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Welche Völker lebten hier?
 
Diese Frage kann bis heute nicht richtig  beantwortet werden. Die Träger der archäologischen Kulturen, die nach ihrer Keramik (Schnurkeramik, Glockenbecher), ihrer Bestattungsart (Hügelgräber, Urnenfelder) oder ihrem ersten Fundort (Horgen, Pfyn, Hornstaad, Schussenried) provisorisch benannt sind, sind bislang noch namenlos. Erst für das 5. Jahrhundert v. Chr. sind Kelten, seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. Germanen durch Schriftquellen belegt.      
 
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Lebte in jedem Haus eine Familie?
 
Dies ist bei vielen Häusern annähernd gleicher Größe und regelmäßiger Anordnung innerhalb eines Dorfes anzunehmen. Die Familie bildet, wie Vergleiche zeigen, oft die kleinste soziale Einheit innerhalb einer Dorfgemeinschaft. Man rechnet unter Zuhilfenahme von Vergleichszahlen heute noch bewohnter Pfahlbauten Afrikas mit durchschnittlich 5-7 Bewohnern für ein Haus. Es gibt aber auch aufgrund mehrerer Feuerstellen in einem Haus Hinweise darauf, dass mehrere Familien zusammen unter einem Dach gelebt haben oder manche Gebäude einem anderen Zweck, wie etwa dem Kult, als Gemeinschaftshaus, als Stall oder der Vorratshaltung gedient haben.      
 
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Gab es ein Dorfoberhaupt?
Was hatte er zu tun?

 
Nahezu jede Dorfgemeinschaft besitzt eine innere hierarchische Gliederung. Bei entsprechend großen Pfahlbausiedlungen, weit reichenden Handelsbeziehungen und hohem Organisationsgrad ist das Vorhandensein von Bevorrechteten, Häuptlingen oder Dorfoberhäuptern mit vielfältigen Aufgaben, etwa für die Aufrechterhaltung des äußeren und inneren Friedens, sehr wahrscheinlich. Manchmal lassen sich diesen größere Häuser mit bedeutendem Hausstand innerhalb einer Siedlung zuweisen. Spätestens in der Bronzezeit lassen sich Oberhäupter oder wichtige Personen, Frauen und Männer, durch reiche Grabausstattungen oder Funde von hohem Prestigewert, wie prunkvolle Schwerter und kunstvolle Importgegenstände, fassen. Die Rolle dieser Oberhäupter muss für die Stein- und Bronzezeit noch eingehender erforscht werden. Erst in der Eisenzeit künden Bilderfriese auf Bronzegefäßen und Felsritzzeichnungen mit Darstellungen von Wagenrennen, Kriegern, Faust- und Schwertkämpfen sowie Festszenen vom Leben der Bevorrechteten in der Alpenregion.    
 
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Was weiß man über Religion und Kult?
 
Der geistige Bereich bleibt uns meist verschlossen, da es eine direkte schriftliche oder mündliche Überlieferung nicht gibt. Bilder oder kultische Gegenstände, die einen Zusammenhang mit der Religion oder dem Kult nahelegen, sind selten erhalten. Kurze Einblicke sind durch Gräber, Weihefunde in Gewässern sowie merkwürdige Funde zu gewinnen. Im Bronzezeitdorf 2 konnte die Darstellung einer Totenfeier und das was über die Religion vor 3000 Jahren bekannt ist, zusammengestellt werden.
Grabstätten sind Ausdruck religiöser Vorstellungen. Leider sind sie am Bodensee bislang nur in geringer Zahl entdeckt worden. Das Gemeinschaftsgrab in einer Steinkiste der Jungsteinzeit bringt eine andere Vorstellung vom Jenseits zum Ausdruck als das einzelne Urnengrab in der Spätbronzezeit oder die Körperbestattung eines Verstorbenen auf einem Wagen unter einem Grabhügel zur Eisenzeit. Die Tatsache des Aufwandes für eine Bestattung und die Sitte, Waffen, Werkzeug, Alltagsgerät, Schmuck und eine Wegzehrung mitzugeben, weist auf den Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod. Der Brauch der Steinzeit, den Toten mit Rötelstaub zu bestreuen oder seine Lage und seinen Blick nach den Himmelsrichtungen auszurichten, zeigt die uns heute verborgene geistige Welt an, die man mit Religion und Kult in Verbindung bringt. Waffen und Schmuck werden in der Bronzezeit absichtlich verbogen, in das Wasser geworfen oder auf dem Scheiterhaufen mit verbrannt. Quellheiligtümer und Brandopferplätze sind aus dem Alpenraum bekannt.

Eine Besonderheit sind Häuser mit weißen Wandverzierungen, Punkten, Dreiecken, Tannenzweigmustern und weiteren noch nicht entschlüsselten Motiven, aber auch Tonnachbildungen weiblichern Brüste (Abb. 69). Sie sind als Kulthäuser zu deuten. Gefäße mit ähnlichen Zeichen und Mustern sind nachgewiesen. Durchbohrte Bärenzähne oder Hirschgrandeln können nicht ohne die Jagdmagie und die bis heute bekannten Rituale dazu Erklärungen finden. Merkwürdige Amulette aus Knochen und Holz, Radanhänger, Stierhörner und Schwalbenschwänze aus Bronze sind Ausdruck eines Glaubens an gute und böse Mächte, die mit Zeichen und Figuren in Zusammenhang stehen (Abbildung). Sie sind nicht nur Schmuck. Von Mond und Sonne als bestimmenden Himmelsbildern war bereits die Rede. Der Stier und der Vogel ergänzen die Symbolik, die mit den Bauern und Fischern vom Bodensee in Verbindung zu bringen ist.

Wenn von Kult die Rede ist, dann spielen in allen Naturvölkern Tanz und Körperverzierung im geregelten Jahres- und Lebensablauf eine wichtige Rolle. „Ötzi“, der Mann aus der Steinzeit, war an 30 Stellen seines Körpers tätowiert, ebenso Tote aus vereisten Grabhügeln der Eisenzeit. Mit den bekannten Musikinstrumenten und späteren bildlichen Darstellungen entstehen vor dem geistigen Auge kultische Feste. Ob sie einem bestimmten Gott, wie etwa der hölzernen Kultfigur aus Bad Buchau oder verschiedenen Göttern opferten, ist unbekannt.
   

Fundstück
 
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Was haben die Menschen gegessen?
 
Wenn wir heute nach unseren Hauptnahrungsmitteln als eine „Kaffee- und Brotgesellschaft“ bezeichnet werden, so muss der Mensch vor 3000 bzw. 6000 Jahren als ein Angehöriger einer „Wasser- und Breigesellschaft“ gelten. Davon erzählen in der Jungsteinzeit zum Beispiel zahlreiche Töpfe mit angebrannten Speiseresten. Getreidebrei und einfache Brote, Gemüse wie Erbse, Bohne und Linse, dazu Ölsaaten, vor allem Schlafmohn und Lein, bildeten den Grundstock der Ernährung (Abbildung). Daneben wurden Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Hagebutten, Holunder, Schlehen, Äpfel oder etwa Haselnüsse gesammelt. Milch, Quark, Vogeleier oder Fische, Wild und die eigenen Haustiere gab es dagegen nicht jeden Tag.    
 
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Wer finanziert und trägt das Museum?
 
Das Museum befindet sich seit der Gründung 1922 in der Trägerschaft des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V., Unteruhldingen, dem interessierte Vorgeschichtsfreunde beitreten können. Weitere Informationen finden Sie hier.
Finanziert wird das Pfahlbaumuseum durch Eintrittsgelder und Spenden.
     
 
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Was ist in den Häusern, die nicht geführt werden?
 
Sie werden als Schulungs- und Veranstaltungsräume, als Lagerfläche für Baumaterialien und Projekte sowie zur Unterbringung der vorgeschriebenen Rettungsgeräte genutzt.      
 
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Wo und von wem wird heute noch ausgegraben?
 
Die Aufgabe und Berechtigung, Ausgrabungen durchzuführen, liegt bei den Bundesländern bzw. den Kantonen, die mit ihren Ämtern für Denkmalpflege, den Kreisarchäologen oder Sonderbeauftragten an verschiedenen Stellen im Bodenseegebiet tätig sind. So führen sowohl die Landesämter für Denkmalpflege - die nächste Dienststelle für Pfahlbauarchäologie ist Hemmenhofen am Untersee (Bodensee) - als auch der Kanton Thurgau mit seinem Amt für Archäologie in Frauenfeld zur Zeit Untersuchungen in den über 100 Pfahlbaustationen am Bodensee durch. Diese Ausgrabungen finden oft nach einer Prospektion durch die Luftbildarchäologie oder die Taucharchäologie im Uferbereich statt.    
 
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Was ist der Pfahlbaustreit?
 
Der Streit darüber, ob es Pfahlbauten gegeben hat oder nicht, und wenn ja, ob diese an Land, am Ufer oder im Wasser – und wenn, dann wie hoch über dem Bodengestanden haben. Dieser Streit ist inzwischen durch viele neue Ausgrabungsergebnisse ad absurdum geführt worden. Es gab sowohl an Land als auch am Ufer richtige Pfahlbauten, die bis zu 5 Meter über dem Boden an Land und im Wasser standen. Dies zeigen neue Untersuchungen. Lediglich Dörfer auf einer gemeinsamen Plattform inmitten von Wasser nach der romantischen Vorstellung des 19. Jahrhunderts, sogenannte Wasserpfahlbauten, gab es, soweit wir dies bis heute wissen, nicht (Abbildung). Die Pfahlbausiedlungen konnten am besten im Winterhalbjahr in Zeiten zurückweichenden Wasserstandes errichtet werden. Mit fallendem Seespiegel wurden, dies zeigen Ausgrabungen, immer mehr Pfahlbauhäuser in den feuchten Grund der Uferflächen gestellt. Allerdings musste vom Baumeister bei der Errichtung der abgehobenen Hausböden auch das jährliche Hochwasser nach der Schneeschmelze (Mai/Juni) mit eingerechnet werden. Am Bodensee sind bislang zwischen 4300 und 850 v. Chr. nur echte Pfahlbauten nachgewiesen. Ebenerdige Hütten gibt es an kleineren Seen ohne Seespiegelschwankung zwischen Winter und Frühjahr.    
 
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